Altlasten

Boden- und Grundwassersanierung am TUM-Campus

Garching

Im Bereich des Gebäudes 5518 auf dem Campus Garching der Technischen Universität München wurde in einem Erdtank Kerosin für Triebwerk-Prüfstände gelagert. Aufgrund der Fehlfunktion einer Kraftstoffpumpe traten im Juli 2021 im Pumpenraum des Gebäudes 5518 nach vorliegenden Informationen ca. 5.500 Liter Kerosin aus. Über einen nach unten offenen Schacht gelangte das Kerosin in den Untergrund und breitete sich bis zum in ca. 5 bis 6 Metern Tiefe anstehenden Grundwasser aus. Das Kerosin wurde als Leichtflüssigkeit abstromig verfrachtet.

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Erkundungs- und Abwehrmaßnahmen

Unmittelbar nach Entdeckung der Fehlfunktion führte die Sakosta GmbH München eingrenzende Untersuchungen durch, um den Schadstoffeintrittsbereich sowie die abstromige Schadstofffahne im Grundwasser horizontal und vertikal abzugrenzen. Parallel wurden in enger Abstimmung mit den Behörden Abwehrmaßnahmen konzipiert, ausgeschrieben und umgesetzt: Setzen von drei Schachtringbrunnen und drei Grundwassermeßstellen, Einrichten einer Grundwasserabsenkung im Schadenszentrum sowie von zwei Abwehrgalerien im Grundwasser, Aufstellen, Betreiben und Beproben von zwei Grundwasserreinigungsanlagen (Absetzbecken, je zwei Stränge Kiesfilter, Aktivkohlefilter, Polizeifilter, Ableitung in Sickerbecken).

Mit diesen Maßnahmen konnte in kurzer Zeit der Verunreinigungsbereich gesichert und eine weitere Ausbreitung der Schadstoffe verhindert werden. Kerosin wurde im Eintragsbereich auf 250 m² Fläche festgestellt, die abstromige Ausbreitung auf dem Grundwasser konnte in 230 Metern Entfernung gestoppt werden.

Die Sicherungsmaßnahmen konnten erst nach Sanierungsende eingestellt werden.

Variantenstudie für mögliche Sanierungsmaßnahmen

Ab Mai 2022 erstellte die Sakosta München eine Variantenstudie möglicher Sanierungsmaßnahmen. Drei Sanierungsvarianten (In-situ-Maßnahmen, Aushub, kombinierte Aushub – In Situ-Maßnahmen) wurden vertieft geprüft und monetär bewertet.

 Die TUM Garching entschied sich für die Variante „Konventioneller Aushub im gesamten Schadenszentrum mit ex-situ-Entsorgung“. Für diese Sanierungsvariante wurde ein Sanierungsplan erstellt, der von Landratsamt München genehmigt wurde.

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Nachfolgend schrieb die Sakosta München die Sanierung öffentlich aus und wirkte bei der Vergabe mit.

Überwachung der Sanierung

Die Aushubsanierung mit Teilrückbau Infrastruktur, Sicherung von Sparten, Einbringen von Spundwandsicherung auf beengtem Raum, Wasserhaltung und strikten Arbeits- und Umgebungsschutzvorgaben fand in einem Schwarzbereich im Umgriff einer aufwändigen Baustellensicherung statt. Die Arbeiten wurden von September 2024 bis Mai 2025 durchgeführt. Es wurde ca. 4.000 Tonnen Kerosin-verunreinigtes Erdreich entfernt. Zudem wurden 550 Liter Kerosinphase rückgewonnen und Schadstoffe aus dem Grundwasser ausgetragen.

Die bis Ende 2026 laufende Grundwasserüberwachung hat den Sanierungserfolg bestätigt.

Ort

TUM München, Campus Garching
Boltzmannstraße
85748 Garching

Leistungsfelder

  • Eingrenzung Verunreinigung
  • Abwehrmaßnahmen
  • Sanierungsplanung
  • Überwachung Sanierung
  • Arbeitsschutz
  • Schadstoffmessungen Umgebungsluft

Schon gewusst?

1957 begann die Geschichte des Forschungscampus Garching mit der Inbetriebnahme des ersten Forschungsreaktors. Wegen seiner markanten Kuppel erhielt er den Spitznamen „Atom-Ei“. Heute ist Garching der größte Standort der Technischen Universität München und einer der bedeutenden Forschungsstandorte Europas.

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