Baufeldfreimachung
Rückbau schafft Raum für Einsatztrainingszentrum
Chemnitz
Das Gelände an der Glösaer Straße 35 in Chemnitz blickt auf eine bewegte Vergangenheit zurück: Jahrzehntelang wurde es von der Nationalen Volksarmee (NVA) und später von der Bundeswehr als Logistikstandort genutzt. Heute befindet es sich im Eigentum der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben und wird für eine völlig neue Aufgabe vorbereitet. Auf dem Areal entsteht eines von bundesweit elf Einsatztrainingszentren (ETZ) der Generalzolldirektion. Mit einem zentralen Trainingsgebäude, einer Raumschießanlage, einer Sporthalle und großzügigen Außentrainingsflächen ermöglicht diese bundesweit einheitliche Infrastruktur regelmäßige Fortbildungen der rund 13.000 bewaffneten Einsatzkräfte des Zolls in einem professionellen und sicheren Umfeld.
Die serielle Bauweise verkürzt Bauzeiten, vereinfacht Instandhaltungsprozesse und verlängert die Lebenszyklen der Gebäude – ein Konzept, das Wirtschaftlichkeit, Klimaschutz und Nutzungsqualität miteinander verbindet.
Technische Vorerkundungen und Begleiten der öffentlichen Ausschreibung
Bevor der Neubau in Chemnitz beginnen konnte, war eine umfassende Baufeldfreimachung erforderlich; ein Vorhaben, welches unsere Gutachter von Anfang an – genauer gesagt ab Herbst 2021 – begleiteten und mitgestalteten.
Nach der Erstbegehung folgten umfassende Vorerkundungen zu Baugrund, Altlasten, Gebäudeschadstoffen und Bausubstanz. Diese Ergebnisse bildeten die Basis für die Ausführungs- und Genehmigungsplanung. Darauf aufbauend wurden die Vergabeunterlagen erstellt, die eingereichten Angebote geprüft und bewertet sowie eine Vergabeempfehlung verfasst.
Baufeldfreimachung begleiten und abschließen
Mit der Übergabe der Liegenschaft an die Baufirma im September 2024 begann die finale Projektphase. Unsere Ingenieure überwachten die Arbeiten der Baufirma als verlängerter Arm des Bauherrn: Fachliche Kontrolle der Schadstoffsanierung, der Rückbauarbeiten inkl. vollständiger Tiefenenttrümmerung und der Entsiegelung von Verkehrsflächen, die abfallrechtliche Begleitung des Bodenabtrags und die anschließende Geländemodellierung.
Zusätzlich wurden die Sicherheits- und Gesundheitsschutzkoordination nach Baustellenverordnung, die Abfalldeklaration sowie die Nachtrags- und Rechnungsprüfung inkl. Kosten- und Bauzeitkontrolle übernommen. Mit der mängelfreien Übergabe des Baufelds an den Bauherrn im August 2025 wurden die Baumaßnahmen erfolgreich abgeschlossen.
Eine besondere Herausforderung: Hanglage ohne Versickerungsmöglichkeit für Niederschlag
Die Absicherung der Baustelle stellte aufgrund der Morphologie und Geologie des Standorts der Ausführungsplanung eine nicht alltägliche Aufgabe: Bei einem Höhenunterschied von gut zwölf Metern und einem Untergrund, der kein Wasser aufnehmen kann, bestand nach Stilllegung und Rückbau der bestehenden Oberflächenentwässerung das Risiko, unterhalb liegende Grundstücke bei Starkregenereignissen zu überfluten.
Um die Nachbarn davor zu schützen, wurden an strategischen Punkten und Baufeldgrenzen Sturzflutbarrieren errichtet, die abströmendes Wasser zurückhalten bis im Zuge der Neubebauung wieder eine kontrollierte Oberflächenentwässerung in Betrieb geht.
Nicht nur Chemnitz
Neben Chemnitz betreuen unsere Teams auch die ETZ-Standorte Neumünster in Schleswig-Holstein und Königs Wusterhausen in Brandenburg, deren Projekte sich aktuell in den Phasen Baufeldfreimachung bzw. Vorerkundung/Planung befinden.
Ort
ETZ Chemnitz
Glösaer Str. 35
09131 Chemnitz
Leistungsfelder
- Baugrund- und Altlastenuntersuchung
- Gebäudeschadstoff- und Bausubstanzanalyse
- Rückbau- und Genehmigungsplanung
- Erstellen der Vergabeunterlagen
- Angebotsprüfung und Vergabeempfehlung
- Bauüberwachung und SiGeKo-Leistungen
- Schadstoffsanierung, Gebäuderückbau & Entsiegelung
- Bodenabtrag und Geländemodellierung inkl. Böschungen
Schon gewusst?
Die beim Rückbau anfallenden 76.000 Tonnen Abfall wiegen so viel wie rund 12.000 afrikanische Elefanten. Für den Abtransport waren etwa 3.000 LKW-Fahrten notwendig. Die in Chemnitz bewegte Erde von 31.000 Kubikmetern würde ausreichen, um ein komplettes Fußballfeld mehr als vier Meter hoch aufzuschütten – genug, um zwei aufeinandergestellte Tore fast komplett verschwinden zu lassen.
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