Altlasten / Abfall, Geotechnik / Erd- und Grundbau

Neuer Glanz für alte Garagen

Chemnitz

Chemnitz ist Kulturhauptstadt Europas 2025 – und ein Projekt, das auf ganz besondere Weise die Verbindung von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft symbolisiert, ist der neu errichtete Garagenpark „Luther’s Drive“ in der Charlottenstraße. Der Sakosta-Standort Chemnitz war an diesem spannenden Vorhaben der Future Construct AG beteiligt, das Teil des Kulturhauptstadt-Projekts „3000 Garagen“ ist.

Garagen sind in Chemnitz mehr als nur Abstellplätze für Autos: Sie sind ein Stück Stadtgeschichte. Auf dem 18.800 Quadratmeter großen Gelände in der Charlottenstraße standen einst eine Munitionsfabrik, später dann 517 Garagen, die nach der Wende zu einem Treffpunkt für Bastler und Auto-Liebhaber wurden. Nun wurde das Areal in einem beeindruckenden Kraftakt neu gestaltet.

Modern und nachhaltig

Nach dem Rückbau der alten Garagen entstanden 405 neue Einheiten – von Standardgrößen bis XXL, nutzbar für Autos, Wohnmobile oder als Werkstätten für kreative Köpfe. Sicherheit und Nachhaltigkeit stehen dabei im Fokus: Videoüberwachung, ein modernes Zugangssystem und eine Photovoltaikanlage auf den Dächern sorgen für eine zukunftsfähige Infrastruktur.

Chemnitz Luther's Drive
Das Gelände vor der Neuerrichtung des Garagenparks "Luther's Drive" (Fotos: Future Construct AG)

Ein Bauprojekt auf historischem Boden bringt besondere Aufgaben mit sich – und unsere Kolleginnen und Kollegen waren mittendrin. Bereits der Rückbau der 517 alten Garagen war eine logistische Herausforderung. Für den Bau des neuen Garagenparks war ein stabiler und sicherer Untergrund essenziell – und genau hier kam nach dem Rückbau das Chemnitzer Sakosta-Team ins Spiel. Seit August 2023 waren unsere Experten mit der fachtechnischen Überwachung der Tiefbauarbeiten beauftragt. Die Aufgabe: den gesamten Aushub- und Rückverfüllungsprozess zu begleiten, die Bodenqualität zu prüfen und sicherzustellen, dass sämtliche behördlichen Auflagen eingehalten werden. Dabei lag der Fokus auf der Analyse des Bodens, der Identifikation möglicher Belastungen und der korrekten Zuordnung des Aushubmaterials zu Verwertungs- und Entsorgungswegen.

So wurde sichergestellt, dass keine schadstoffbelasteten Materialien verbaut wurden und dass alle unversiegelten Flächen mit einer kulturfähigen Bodenschicht abgedeckt wurden. Die detaillierte Dokumentation aller Überwachungsmaßnahmen floss schließlich in den Abschlussbericht ein und sorgte dafür, dass “Luther’s Drive” nicht nur modern, sondern auch nachhaltig und umweltgerecht umgesetzt wurde.

Bauzeit und Ausblick

Der Baustart erfolgte im März 2023, die Hochbau- und Flächenarbeiten waren im Juli 2024 abgeschlossen, bis September wurden alle Maßnahmen gemäß Baugenehmigung umgesetzt.

Mit “Luther’s Drive” zeigt Chemnitz, wie ein Ort mit industrieller Vergangenheit zu einem innovativen und nachhaltig genutzten Raum für die Zukunft werden kann. Dass dieser Ort Teil des Kulturhauptstadt-Programms ist, passt zum Motto: Unter dem Leitsatz “C the Unseen” soll die Aufmerksamkeit auf Menschen, Orte und Aktivitäten gerichtet werden, die sonst eher nicht im Zentrum der touristischen Aufmerksamkeit stehen.

Ort

„Luther’s Drive“
Charlottenstraße
09126 Chemnitz

Leistungsfelder

  • Organisation
    • Koordination und Kommunikation zwischen dem Bauherrn (Future Construct AG), dem ausführenden Tiefbauunternehmen und dem Umweltamt
  • Altlasten/Abfall mit
    • Aushubüberwachung und Dokumentation
    • Überwachung der Böschungsgestaltung gemäß Vorgaben der Baugenehmigung und BBodSchV
    • Qualitätskontrolle Wiedereinbaumaterial (lagenweisen Einbau von örtl. Aushub und MEB)
  • Geotechnik / Erd- und Grundbau mit
    • Überwachung der Tiefbauarbeiten: Aushub und Rückverfüllung zur Herstellung des Flächenplanums
    • Überwachung der Böschungsherstellung

Schon gewusst?

Der Weg zur Kulturhauptstadt Europas ist ein spannender und mehrjähriger Prozess. Städte, die diesen begehrten Titel anstreben, müssen ein beeindruckendes Kulturprogramm vorlegen, das von unabhängigen Experten bewertet wird. Chemnitz hat sich diesen Traum erfüllt und erhielt am 28. Oktober 2020 den Zuschlag, zusammen mit einer Kulturhauptstadtregion, die 38 Kommunen aus Mittelsachsen, dem Erzgebirge und Zwickau umfasst. Unter dem Motto “C the Unseen” lenkt Chemnitz den Blick auf das Ungesehene: verborgene Orte, unbekannte Biografien und die unentdeckten Talente in jedem Einzelnen.

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